Filiale im Wandel der Zeit

Bonn: Die Digitalisierung verändert vieles: Kommuniziert wird über E-Mails, SMS und Messenger-Dienste statt per Brief, die Anzahl der Pakete nimmt deutlich zu. Die Deutsche Post DHL Group passt sich dieser Entwicklung an.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Brief geschrieben? Wie viele Briefe erhal­ten Sie in der Woche, die keine Werbung sind? Auch wenn jeder diese Frage individuell anders beantworten wird, ein Trend lässt sich seit Jahren feststellen: es werden immer weniger Briefe verschickt.2006 stellten die Zusteller der Deutschen Post täglich noch rund 70 Millionen Briefe zu, 10 Jahre später waren es nur noch 59 Millionen, ein Rückgang von 15 Prozent. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit sogar noch gut dar. In Dänemark beispielsweise ist die Briefmenge seit 2003 um 65 Prozent gesunken, in den Niederlanden im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent. Für die Postunternehmen ist das eine riesige Heraus­forderung. War die Briefbeförderung früher noch staat­lich organisiert, in Deutschland durch das Bundespost­ministerium, sind mittlerweile viele Postunternehmen in Europa privatisiert. Anders als staatliche Behörden stehen sie damit im Wettbewerb und müssen wirt­schaftlich arbeiten, um ihren Fortbestand und damit Arbeitsplätze zu sichern. Die Deutsche Post ist deshalb schon längst nicht mehr nur Briefbeförderer. Mindestens genauso wichtig ist mittlerweile die Tätigkeit als Paketdienstleister. Denn im Gegensatz zur sinkenden Briefmenge, nimmt der Handel mit Paketen stark zu. Wurden von der Deutschen Post im Jahr 2008 deutschland­weit täglich 2 Millionen Pakete zugestellt, liegt diese Zahl heute bei 4,3 Millionen. In den kommenden Wochen, in der Vorweihnachtszeit steigt sie auf über 8 Millionen. Schätzungen zufolge haben Online­ Shopper in Deutschland im Jahr 2016 im Schnitt je 20 Bestellungen aufgegeben und dabei durchschnittlich 68 Euro ausgegeben. Diese Zahlen werden sich in den nächsten Jahren vermutlich verdoppeln. Und auch der grenzüberschreitende Online­ Handel wird weiter wachsen, bis 2020 sogar mit einem doppelt so schnellen Wachstum wie der des E­Commerce im Inland. Mit dem Ziel, die „Vereinigten Paketstaaten von Europa“ zu schaffen und 600 Millionen Menschen über ein Paketnetzwerk zu verbinden, ist die Deutsche Post DHL Group deshalb bereits in 26 europäischen Ländern aktiv. Auch außerhalb Europas stellt der Konzern beispiels­weise in Thailand, Malaysia und Chile Pakete mit einem eigenen Zustellnetzwerk zu. In Deutschland ist der Konzern im Paketgeschäft Dienstleister Nr. 1. Der wesentliche Schlüssel zum Erfolg war dabei das konsequente Eingehen auf die Wünsche der Kunden. Studien zufolge ist diesen vor allem eine zuverlässige Lieferung wichtig, dicht gefolgt von einer Auswahl an Empfangsmöglich­keiten direkt im Bestellvorgang. Für DHL Kunden ist es deshalb mittlerweile selbstverständlich, beim Paketempfang aus einer Vielzahl von Zustelloptionen wie Zeitfenster und Ort auswählen zu können. Deutschlandweit unterhält der Konzern ein dichtes Netz von Paketannahme­ und Abgabestellen, insge­samt gibt es 27 000 Verkaufsstellen, die durchschnitt­lich 53 Stunden in der Woche geöffnet haben. Mit etwa 3000 Packstationen gibt es zudem ein umfang­reiches Angebot für diejenigen, die auch außerhalb dieser Öffnungszeiten ihre Pakete aufgeben oder abholen wollen. Um den reibungslosen Transport der Pakete sicherzustellen, gibt es deutschlandweit 34 Paketzentren in denen stündlich zwischen 30 000 und 40 000 Sendungen bearbeitet werden können. Mehr als 50 000 Zusteller kümmern sich darum, dass Pakete schnell und zuverlässig zu den Empfängern gebracht werden – mit Erfolg: knapp 90 Prozent der Pakete und Päckchen erreichen ihre Empfän­ger bereits am nächsten Werktag. Das sind beein­druckende Zahlen. Die immer weiter steigende Zahl Online­ Bestellungen und der Wachstum des Paket­markts führt aber dazu, dass die bereits bestehende Infrastruktur noch weiter ausgebaut werden muss und weitere Innovationen nötig sind. Nur so kann das Ziel erreichen werden, Marktführer im deut­schen Paketmarkt zu bleiben. Ziel bei der Entwick­lung neuer Lösungen ist dabei immer, die Zukunft ­und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu verbessern und gleichzeitig einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Denn gerade vor dem Hinter­grund der weiter sinkenden Briefmengen steigt die Bedeutung des Paketgeschäfts als Leistungsträger für den Konzern Deutsche Post DHL Group. Noch kann niemand sagen, wie genau Brief­ und Paketmarkt in 15 Jahre aussehen werden. Aber bereits heute gibt es eine Vielzahl von Entwicklun­gen, Innovationen und Investitionen, die ohne diesen Wandel nicht notwendig beziehungsweise möglich gewesen wären.